Pandas haben im Zoo nichts zu suchen - auch nicht im Berliner Zoo

Meng Meng und Jiao Qing sind die neuen Attraktionen im Berliner Zoo. Sie gehören zu den Großen Pandas. Sie sind damit die einzigen Exemplare dieser Art in Deutschland und eine Leihgabe aus China: Beide sollen für 15 Jahre im Berliner Zoo bleiben - eine Million Dollar pro Jahr werden für sie fällig. Beide stammen aus dem Forschungszentrum Chengdu.

Pandas sind Einzelgänger, die ein Revier von mehreren Quadratkilometern bewohnen. Ihr Lebensraum sind subtropische Berghänge mit dichter Bewaldung. Zudem sind sie Nahrungsspezialisten. Bambus ist eine ihrer Hauptnahrungsquellen, der Tagesbedarf liegt bei rund 10 bis 40 Kilogramm Bambus. Angesichts dieser speziellen Ansprüche beantwortet sich die Frage, ob die Tiere tatsächlich im Zoo artgerecht gehalten werden, von selbst. Selbst wenn man gerne darauf verweist, dass der 2012 im Zoo Berlin verstorbene Bao Bao, ebenfalls ein Großer Panda,  34 Jahre alt wurde, sagt dies wenig über die tatsächliche Lebensqualität aus. Vielmehr zeigt Meng Meng den Besuchern nun täglich, dass es ihr nicht gut geht: Sie läuft rückwärts, meist tapsig und stößt an Wände und Glasscheiben. Ihr neues Gehege hat sie bislang nur rudimentär erkundet. Wenn die Zoosprecherin anschließend den Kritikern dieser Haltung entgegnet, dass es hauptsächlich wichtig ist, dass die Tiere gut fressen und schlafen, sagt dies auch viel über das Tierschutzverständnis des Zoos aus.

Ob die exotische Leihgabe etwas mit einem Beitrag zum Artenschutz zu tun hat, kann ebenfalls hinterfragt werden. Eine Zucht in Berlin ist zwar geplant, wäre aber tatsächlich eine tiergärtnerische Sensation und würde auch der Freilandpopulation kaum zugutekommen. Derzeit sind Große Pandas extrem selten. In Freiheit gibt es weniger als 1900 Exemplare, die in kleinen Restarealen in Südchina leben. So bleiben die Pandas in Berlin sehr teure Renommierstücke der Diplomatie. Mit Tier- und Artenschutz hat dies aber nichts zu tun.