Tierschutz bedeutet Zusammenarbeit - Terraristikbörse Berlin-Tegel

„Die Koalition wird alle Möglichkeiten nutzen, um den gewerblichen Handel mit exotischen Tieren auf Tierbörsen zu reduzieren.“ So steht es im Koalitionsvertrag des rot/rot/grünen Senats.
Bislang wurde jedoch wenig unternommen, um dieses Ziel umzusetzen.

Dabei findet seit dem Jahr 2015 insgesamt sechs Mal pro Jahr eine Terraristikbörse in Berlin-Tegel statt, bei der Frösche, Schlangen, Echsen, Schildkröten, Schnecken, Spinnen, Skorpione, Mäuse, Ratten, Tausendfüßler, Insekten und Würmer zum Verkauf angeboten werden - ein weites Feld für die Berliner Politiker, um aktiv zu werden.

Der Tierschützer Stefan Klippstein beschäftigt sich seit Jahren mit dem illegalen Exotenhandel in Berlin. Seit Februar 2017 hat er die Börse im Fokus und dokumentiert die Zustände dort. Verstöße gegen geltende Gesetze brachte er zur Anzeige und organisierte Demonstrationen vor Ort. Immer wieder konnte er mit den Zuständen bei der Terraristikbörse die Aufmerksamkeit der Medien erringen. Die Börse war damit im Bezirk auch politisch immer wieder Thema. Trotz regelmäßiger Verstöße der Tierverkäufer wurden durch die politischen Entscheidungsträger im Bezirk jedoch kaum Konsequenzen gezogen.

Der Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. Geschäftsstelle Berlin hielt die Situation für untragbar und hat den tierschutzpolitischen Sprecher der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Michael Efler, in Zusammenarbeit mit Stefan Klippstein über die Zustände auf der Reptilienbörse informiert.
Herr Dr. Efler besuchte darauf hin Begleitung von entsprechenden Experten die Börse. Auf seiner Homepage kommentierte er anschließend: „Insgesamt war ich schockiert von den Zuständen auf der Börse.“ Umgehend stellte er eine Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus zur Terraristikbörse Berlin.

Schnell stellten sich die ersten Erfolge ein: Es sind keine Tierhändler aus Osteuropa mehr vor Ort, Auflagen werden erteilt und Bußgelder verhängt und die Haltungsbedingungen der Tiere vor Ort verbessert. Dennoch bleibt viel zu tun. Es muss beispielsweise sichergestellt werden, dass die Terraristikbörse Berlin weiterhin streng kontrolliert wird und diese Kontrollen auch auf die Zierfisch- und Pflanzenbörse in Berlin-Spandau und die Aquaristikbörse in Mitte ausgeweitet werden.
Neben der in der Anfrage genannten Aquaristikbörse in Mitte gibt es übrigens noch weitere "Zierfischbörsen" in Berlin, die in der Antwort des Senates nicht genannt wurden.

Die angesprochene Anfrage aus dem Berliner Abgeordnetenhaus von Herrn Efler finden Sie hier.

Eine weitere Anfrage aus der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf können Sie hier lesen.

 

Foto: copyright Stefan Klippstein